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Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste,
liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrter Herr Prof. Löwe,
sehr geehrter Herr Prof. Kruse!
Wenn wir heute diesen großen und wichtigen Kongress einläuten – und das
darf man nun wirklich bei über 1100 Besuchern sagen – so hat dieser Kongress
neben seiner wissenschaftlichen auch eine familiäre und wärmende Seite: die
meisten treffen Freunde hier, holen sich Inspirationen, Ermutigung für das Tun
im Alltag, freuen sich über den im richtigen Wortsinne „gedanklichen Aus-
tausch“: hier gilt der Gedanke etwas, das Bedenken, das Überdenken, auch wird
das Offenlassen ertragen, die Vielschichtigkeit des Lebens wahrgenommen.
Das größte Verständnis für das, was wir Ärzte selbst als Psychosomatik im Alltag
verstehen, zeigen unsere Patienten dann, wenn wir das Wort Psychosomatik
gar nicht – jedenfalls zu Beginn – erwähnen, sondern den Inhalt der beiden
Teilworte einfach tun, in den Untersuchungsgang einbeziehen, zuhören, unsere
Befunde und Ergebnisse offen besprechen, und was uns als Kern, Ursache, Zu-
sammenhang erscheint, versuchen gemeinsam zu erfassen, ermessen, begreifen:
Ärzte und Ärztinnen, die ein solcherart wissenschaftlich fundiertes, und doch
der breiten Realität der Lebensäußerungen zugewandtes Vorgehen in Klinik
und Praxis anwenden, kommen den Problemen näher, haben Zugang, erfassen
die Blockaden und Hemmungen eher, haben es einfach leichter, Probleme,
Schmerzen, Krankheiten in ihrer Dynamik wahrzunehmen. Die Behandlung und
Lösung der Beschwerden ist damit meist noch nicht erfolgt, doch wir haben die
Chance, der Erkrankung oder dem Leid, das immer Körper und Psyche oder Leib
und Seele, eben den ganzen Menschen betrifft, näher zu kommen.
Diese Art unseres ärztlichen Tuns miteinander besprechen zu können, neue
Projektideen zu schmieden, Getanes zu bearbeiten: das macht ein gutes Kongress-
geschehen aus, das – so bin ich fest überzeugt – wird auch dieses Jahr hier wieder
möglich sein: ich wünsche dem Kongress und damit Ihnen allen ein gutes
Gelingen!
Dr. Ulrich M. Clever, Freiburg/Stuttgart
Beauftragter für Psychotherapie beim Vorstand der Bundesärztekammer,
Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg
Ulrich M. Clever
Grußwort




