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Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

ich freue mich sehr, Sie gemeinsam mit dem Hamburger Kongressteam zum

Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 2017

in Berlin begrüßen zu dürfen. Wir freuen uns auf drei intensive Kongresstage,

die reich an Kommunikation, Austausch, Lernen, Anregungen und neuen Er-

kenntnissen sein werden.

Die Psychosomatische Medizin und Psychotherapie hat sich in den letzten Jahren

enorm weiterentwickelt und geht zugleich den Weg der Differenzierung der

Medizinmit.Währendmoderne Medikamente, wie beispielsweise die Biologicals,

immer bessere Wirksamkeiten erreichen und zum Teil Heilungen von bisher als

chronisch verstandenen Erkrankungen ermöglichen, wird gleichzeitig immer

deutlicher, dass moderne psychosomatische und psychotherapeutische Inter-

ventionen nicht nur den subjektiven Zustand und die Lebensqualität verbessern,

sondern eben auch positive Auswirkungen auf den körperlichen Zustand des

Menschen haben. Unsere psychotherapeutischen Verfahren werden immer

elaborierter und wir verstehen mehr und mehr, was genau bei welchen Be-

troffenen und bei welchen Störungen wirksam sein kann. Zugleich wissen wir

auch mehr über potentielle Nebenwirkungen von Psychotherapie sowie über

Nebenwirkungen von Psychopharmaka. Damit sind wir nun in der Lage, unsere

therapeutischen Verfahren wesentlich gezielter und kritischer anzuwenden.

Die Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist ein faszinierendes Fach-

gebiet: Sie befasst sich mit dem Wesentlichen des Menschseins, mit seiner

Biographie, mit den vielen alternativen Wegen, die Menschen in ihrem Leben

einschlagen. Dabei ist die Psychosomatische Medizin und Psychotherapie per

se ein interdisziplinäres medizinisches Fachgebiet, welches in viele Bereiche der

Medizin, der Psychologie, der Kreativtherapien, der Versorgungs- und Pflege-

wissenschaften und in die Politik hineinreicht. Nationale und internationale

Einflüsse prägen unser Fachgebiet. Die Welt um uns herum ist komplexer ge-

worden, und an vielen Stellen wird „Faktisches“ und „Post-Faktisches“ gleich-

gesetzt. In unserem Fachgebiet wissen wir um die subjektiven Wirklichkeiten.

Unser Fachgebiet kann zur Aufklärung beitragen, wo einerseits subjektive

Wirklichkeiten ihren berechtigten Platz haben (z.B. bei der Wahrnehmung des

eigenen Körpers, seiner Grenzen, bei Gesundheit und Krankheit) und wo an-

dererseits subjektive und„post-faktische“ Wirklichkeiten eine Gefahr darstellen;

insbesondere dann, wenn sie politisch funktionalisiert werden.

Bernd Löwe

Grußwort